Archiv 2017

 

„Meine Zeit steht in deinen Händen“
Goldene Konfirmation in Hartershausen

Hartershausen –Im Jahr 1967 war die Pfarrstelle in Hartershausen, nach dem Weggang von Pfarrer Hans Müller, vakant, aus diesem Grund konfirmierte Pfarrer Claus Bischoff aus Hutzdorf am 7. Mai 1967 zwölf junge Menschen in Hartershausen. Aus diesem Grund fand am Pfingstmontag, dem 5. Juni 2017 in der Hartershäuser Nikolaikirche der diesjährige Festgottesdienst zur Goldenen Konfirmation der Kirchengemeinde Hartershausen statt, an der acht ehemalige Konfirmandinnen und Konfirmanden teilnahmen.
Seiner Festpredigt legte Pfarrer Jürgen Seng den 16. Vers aus dem 31. Psalm zugrunde, in dem es heißt: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“  „Wie doch die Zeit vergangen ist!“ und „Wo sind nur all die Jahre geblieben?“, so werden manche Goldene Konfirmandinnen und Konfirmanden sicher gedacht haben, als sie sich aufgemacht haben zu diesem festlichen Gottesdienst“, so Pfarrer  Seng zu Beginn seiner Festpredigt. Und deshalb lud er die Gemeinde ein über den Gedanken der Zeit nachzudenken. Er bat die Jubiläumskonfirmanden anzuerkennen, dass neben alle dem, was die Jahre ihnen gebracht haben, ihre Zeit auch eine von Gott geschenkte Zeit gewesen ist. Seng weiter: „Wenn der Psalmbeter sagt, dass seine Zeit in Gottes Händen gewesen ist, dann bedeutet das, dass dies auch die Zeiten waren, die er sich nicht selbst ausgesucht hatte, die schwer waren, und bei denen er Gott aber immer auf seiner Seite gewusst habe.“ Neben der Konfirmandenzeit und der Konfirmation erinnerte Pfarrer Seng  auch an die Ereignisse des Jahres 1967, wie die Erschießung Benno Ohnesorgs und den Sechstagekrieg zwischen Israel und seinen Nachbarländern. Angeregt durch die Jugend begann sich ein neues Denken in der Gesellschaft durchzusetzen, das sich ein Jahr später in der 68er-Bewegung manifestiere. In diesem Zusammenhang fragte Seng, ob die Goldenen Konfirmanden auch zur Aufbruchgeneration gehört hätten und ob sie in dieser Auseinandersetzung Gott ganz neu entdeckt und erlebt hätten – als einen liebenden, lebensbejahenden Gott, der einem viel Mut für das Leben mitgeben möchte. Pfarrer Jürgen Seng schloss seine Predigt mit dem Wunsch an die Goldenen Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass der Tag der Goldenen Konfirmation sie darin bestärken möge, dass sie weiterhin ihre Zeit in Gottes Hand legen mögen und darauf vertrauen können, dass sie bei Gott gesegnet und geborgen sind. Nach der Festpredigt fanden sich die Jubelkonfirmandinnen und -konfirmanden wie vor 50 Jahren vor dem Altar ein, und der Segen, der ihnen damals zugesprochen wurde, wurde erneuert. Pfarrer Seng überreichte dazu eine Erinnerungsurkunde sowie ein Buchgeschenk. Die anschließende Feier des heiligen Abendmahles unterstrich den besonderen Charakter des Gottesdienstes.
Für die feierlich Musik in dem Festgottesdienst sorgte Britta Seng an der Orgel. Bedauerlich war, dass nur wenige Gemeindeglieder den Weg zum Gottesdienst fanden, denn die Goldenen Konfirmandinnen und Konfirmanden hätten es verdient gehabt, dass mehr Gäste diesen festlichen Gottesdienst mit ihnen gefeiert hätten.
Im Anschluss an die kirchliche Feier trafen sich die Goldenen Konfirmandinnen und Konfirmandin im Landgasthaus „Porta“ in Pfordt. Nachmittags wurde an der Familiengrabstätte der verstorbenen Mitkonfirmandin Waltraud Köhler, geb. Axt Blumen niedergelegt, nachdem ihrer bereits im Verlaufe des Festgottesdienstes gedacht worden war.  
Zur Goldenen Konfirmation gingen: Irene Barth, geb. Berner, Robert Feick, Erna Hilpert, geb. Link, Ulrich Holzapfel, Willi Kreuzer, Rosemarie Lerner, geb. Herrmann, Gerlinde Otterbein, geb. Ahne und Karl Rausch.

 

 

Eindrücke vom Kirchentag

Vom 24. bis 28. Mai 2017 fand in Berlin der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Aus unserem Kirchspiel nahm Britta Seng erstmals an diesem kirchlichen Großereignis, das unter der Losung „Du siehst mich“ (1. Mose 16, 13) stand, teil. Von ihren Erfahrungen und Eindrücken, erzählt sie uns an dieser Stelle.
Organisiert vom Dekanat Vogelsberg starteten wir am Mittwoch, dem 24. Mai, gegen 7.00 Uhr mit einem Bus, der gegen 15.00 Uhr die Bundeshauptstadt erreichte. Dort angekommen wurden die Sammel- oder Privatunterkünfte bezogen.
Der Kirchentag begann für mich mit dem Eröffnungsgottesdienst am Brandenburger Tor.  Am Eröffnungsabend waren im Stadtzentrum mehrere Straßen und Plätze für den Abend der Begegnung gesperrt, wo zahlreiche Angebote gemacht wurden. Bereits im Vorfeld hatte ich mir im Programm, von den mehr als 2.000 Angeboten, mehrere musikalische und kabarettistische Veranstaltungen ausgesucht. So besuchte ich mit meiner Kleingruppe am ersten Abend u.a. ein Konzert mit Max Giesinger sowie unterschiedliche Gospelkonzerte. Am Donnerstag waren wir auf dem Markt der Möglichkeiten, der auf dem Messegelände stattfand, unterwegs. Dort konnte man an zahlreichen Gesprächs- und Diskussionsangeboten  teilnehmen, in Büchern und Noten stöbern und z.B. sich über Fortbildungen informieren. Zeitgleich fand am Brandenburger Tor die Diskussion mit Ex-Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel statt. Den Abend beschlossen wir mit einem Konzertbesuch bei den „Wise Guys“ und einer Abendsegenandacht, die von rund 55.000 Personen besucht wurden. Den Freitag begannen wir mit einer Diskussionsveranstaltung der Evangelischen Jugend Vogelsberg zur demographischen Entwicklung auf dem Land. Mittags sangen wir mit bei einem „Luther-Musical“ von Dieter Falk  und besuchten abends ein Feierabendmahl in Wedding. Am Samstag stand zunächst eine Pop-Andacht auf unserem Programm. Mittags besuchten wir die Kabarett Veranstaltung „Luther bei die Fische“ des „Duo Camillo“.  Der Sommergarten des Messegeländes lud bei den hochsommerlichen Temperaturen zum chillen ein. Abends fanden dann mit verschiedene Bands und Gesangsgruppen Konzerten am Brandenburger Tor statt. Seinen Abschluss fand das Kirchentagsprogramm in Berlin mit einer Lichterandacht.
Am Sonntag endete der Kirchentag mit einem Abschlussgottesdienst, an dem 120.000 Menschen teilnahmen, in der Lutherstadt Wittenberg.
Rückblickend kann ich sagen, dass ich von meinem ersten Kirchentagsbesuch begeistert war. Ich habe viel Offenheit und Fröhlichkeit erfahren.
In Warteschlangen und U- oder S- Bahnen wurden spontan Lieder angestimmt, in die viele Menschen einstimmten, so dass plötzlich mehrstimmige Gesänge auf Straßen, Plätzen oder öffentlichen Verkehrsmitteln erklangen. Der Kirchentag 2019 wird in Dortmund stattfinden. Wenn es möglich ist, werde ich auch daran gerne wieder teilnehmen.

 

 

Konfirmation in Hartershausen


Hartershausen - Am Sonntag Quasimodogeniti, dem 23. April 2017 fand in der Nikolaikirche in Hartershausen die diesjährige Konfirmation der Kirchengemeinden Hartershausen und Fraurombach statt. Den feierlichen Gottesdienst, in dem auch das heilige Abendmahl gefeiert wurde, gestalteten neben Pfarrer Jürgen Seng auch Mitglieder des Kirchenvorstandes sowie Joachim Weitzdörfer an der Orgel. In seiner Konfirmationsansprache gab Pfarrer Seng den Jugendlichen ein Wort aus dem 2. Kapitel des Markusevangeliums mit auf ihren weiteren Lebensweg, in dem es heißt: „Als Jesus vorüberging, sah er Levi am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach”. Seng verband dieses Bibelwort mit dem Symbol des Fahrrades.
Für Vorstellungsgottesdienst, der am Sonntag Judica in der Kirche in Fraurombach stattfand, hatten sich die Jugendlichen mit Martin Luther und der Reformation beschäftigt und vorgestellt. Während der Konfirmandenfreizeit, die im Februar in Höchst/Odenwald stattfand, hatten die Jugendlichen diesen Gottesdienst vorbereitet und ausgearbeitet. Konfirmiert wurden: Luca Gabler, Gina Marie Mütze, Pauline Zimmer (alle Fraurombach), Sarah Kate Böschen, Marie Hasenauer, Marie Klein, Michelle Sonnenberg (alle Hartershausen), Noah Klein, Lara Michelle Loos, Paul Loos (alle Hemmen), Jonas Bohl, Ann-Christin Rößler (beide Pfordt) und Maximilian Koch (Üllershausen) . Auf Wunsch der Jugendlichen soll mit der Kollekte des Konfirmationsgottesdienstes die Arbeit der Kinderkrebshilfe Schlitz und des Kinder- und Jugendhospizes „Kleine Helden“ unterstützt werden.

 

 

Bericht des Diakonischen Werkes

Am 3. April erhielten die ersten sechs Absolventinnen des Kurses „Senior(inn)en im Gespräch begleiten“  im evangelischen Gemeindehaus in Schlitz ihr Abschlusszertifikat.
Mit viel Engagement hatten sich die Kursteilnehmerinnen in den zurückliegenden sechs Monaten mit zahlreichen Themen rund um´s Besuche machen bei alten Menschen beschäftigt. Das sich schnell einstellende vertrauensvolle Miteinander innerhalb der Gruppe, machte es leicht, offen miteinander zu kommunizieren und die Kursinhalte mit den eigenen Erfahrungen in Bezug zu setzten.
Mit Hilfe von Gesprächsrunden, Impulsvorträgen und Gruppenarbeit erarbeiteten sich die Teilnehmerinnen die Grundlagen gelingender Gesprächsführung. Dabei ließen sie sich von folgenden Fragestellungen leiten: Was braucht mein Gegenüber, um sich im Gespräch wertgeschätzt und angenommen zu fühlen? Wie kann ich einfühlsam auf trauernde Menschen eingehen, was muss ich bedenken, wenn ich demenziell erkrankte Menschen besuche oder was kann ich tun, wenn Einsamkeit und Krankheit zu vorherrschenden Gesprächsthemen werden? Bei all dem wurden die Teilnehmerinnen dazu angehalten, auch die eigenen Grenzen achtsam wahrzunehmen – schließlich kann nur so sichergestellt werden, dass die Gespräche dem besuchten und dem besuchenden Menschen gleichermaßen gut tun.
Neben aller Arbeit sorgten eine kreative Beschäftigung mit der eigenen Vorstellung vom Alt-werden, ein meditativer Tanz sowie die eine oder andere Fantasiereise dafür, dass Freude und Spaß nicht zu kurz kamen und die Kursabende wie im Nu verflogen.
Der Kurs ist ein Kooperationsprojekt vom Diakonischen Werk und dem Dekanat Vogelsberg und findet im Rahmen des DRIN-Projektes statt – einer Initiative der Diakonie Hessen und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Der nächste Kurs startet am 4. September im Diakonischen Werk in Lauterbach. Informationen erteilen die beiden Kursleiterinnen: Bianca Reith, (bianca.reith@diakonie-vogelsberg.de, Tel.: 06641 646690 und Anke Göltenboth (a.goeltenboth@vogelsberg-evangelisch.de, Tel.: 06641 640680)

Aus unseren Gemeinden nahmen Anne Eichenauer und Heike Lucas erfolgreich an dem Kurs teil. Vielen Dank und Herzlichen Glückwunsch!

 

Buchrezension

Susanne Niemeyer
Eva und der Zitronenfalter (2017)
Frauengeschichten aus der Bibel
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 144 S., € 15,00

Das kleine Büchlein „Eva und der Zitronenfalter“ von Susanne Niemeyer habe ich erst mal in einem durchgelesen und dann immer wieder einzelne Kapitel nachgelesen, manche einmal, viele mehrmals. Kleine Zeichnungen machen jeweils zu Beginn eines Kapitels neugierig auf den jeweiligen Inhalt.

Keine Märchen aus vergangenen Zeiten, sondern hochaktuelle Geschichten von Liebe und Eifersucht, von Hoffnung und Verzweiflung beschreiben Frauen aus der Bibel. Neben Eva, die irgendwann einmal mit Adam das ganze florierende Universum übernehmen soll, ist da zum Beispiel Maria von Magdala – die Frau, von der es heißt, sie sei Jesu Geliebte gewesen. Es gibt eine Geschichte von der Frau, die salbt, die „zu gefühlig“ in den Augen ihrer Mutter ist, eine von der Ehebrecherin, die in dem Buch durch Peggy, die 17 Jahre alt ist und Shorts trägt, die „so kurz sind, dass man die Falte zwischen Oberschenkel und Hintern sieht“. Und dann lese ich von Mutter Gott, die eine Verkäuferin verwirrt: „... Diese Strampler werden gern genommen ... Wie soll er denn heißen, der Kleine?“ „Jesus. Ich werde ihn Jesus nennen.“
Susanne Niemeyer gelingt es mit Leichtigkeit, mit Witz und Eleganz, biblische Frauen in unsere Zeit zu holen. Ein außerordentliches Lesevergnügen, das Raum und Zeit überwindet. Die Geschichten sind immer voll Liebe für die Menschen, voller Respekt für die Brüche des Lebens, dabei so leicht und gleichzeitig so tief. Manchmal wünschte ich mir, jemand würde sie mir vorlesen.
Besonders schön fand ich, dass die entsprechenden Bibelstellen als Text im Anschluss an das jeweilige Kapitel abgedruckt sind – so verstehe ich nun manche Frauengestalten mit ihren Geschichten in der Bibel viel besser.
Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Aufgrund der Kürze der Kapitel kann ich mir die Geschichten als Impuls zu einer Andacht oder Bibelarbeit zu biblischen Frauengestalten oder als Gesprächsgrundlage zu Beginn eines Besuches vorstellen.
Susanne Niemeyer, Jahrgang 1972, war zehn Jahre Redakteurin bei „Andere Zeiten“, einer bundesweit tätigen ökumenischen Initiative, die Zeiten und Feste des Kirchenjahres einer breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein rufen will. Seit Anfang 2011 ist die Hamburgerin Niemeyer freiberufliche Autorin, unter anderem als Kolumnistin für den NDR. Sie hat bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht und schreibt auf www.freudenwort.de ihren Blog Engelimbiss.
Die Illustratorin Ariane Camus studierte französische Literatur in Bordeaux und gab in Gefängnissen Philosophieunterricht. 2006 kam sie nach Deutschland und fing in Hamburg als Grafikerin an. Als Illustratorin ist sie Autodidaktin. Sie arbeitet für Magazine, Verlage und in einem Kinderbuchverlag. Camus zeichnet am liebsten mit Pinsel und Tinte. Ihr Markenzeichen? – ein leichter Strich für sinnliche Texte.

Ich werde das Buch bestimmt noch häufiger verschenken, an weniger bibelfeste Freundinnen und Freunde und auch an sehr bibelfeste, um auch ihnen einen neuen Blick zu ermöglichen.
Ich lege Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, das Buch, das nicht nur für Frauen lesenswert ist, sehr ans Herz!
Claudia Trabes, Pfordt

 

 

"Dem Volk auf's Maul g'schaut"

"Gott neu entdecken", unter diesem Motto steht das Reformationsjubiläum. Nach Luther wollen wir im Dekanat "dem Volk aufs Maul schauen" und Bibelverse, die eine Gottesbegegnung zum Inhalt haben in den jeweiligen Dialekt übersetzen und auslegen. Dazu haben wir im Januar einen Banner, in Hartershausen, an der Fuldaer Straße aufgehängt. Im Gottesdienst am 29. Januar wurde über diese Bibelstelle gepredigt und der Banner von der versammelten Gemeinde in Augenschein genommen. Heute nun, erscheinen an dieser Stelle Gedanken dazu.
"Bee Jesus das gehort hat, hat hae zonn im gesoart: "Etz fehlt der nur noch Eins. Verkauf alles, bass de hast, onn gabs de oarme Liet, dann werscht de enn Schatz im Himmel honn, onn komm onn geh mit mir! Bee eh das gehort hat, hat`s in geduurt; will hae so rich woar." (Lukas 18, 22+23)
Diese Verse stehen in der Geschichte, die überschrieben ist „Die Gefahr des Reichtums – Der reiche Jüngling“, in der ein junger Mann zu Jesus kommt und ihn fragt: „Was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?“ Daraufhin fragt Jesus zunächst, ob er denn die zehn Gebote kenne, und der Jüngling beteuert, dass er sein ganzes Leben an ihnen ausgerichtet habe. Doch dann nennt Jesus nichts, was zum Leben des jungen Mannes dazukommen müsse, sondern er empfiehlt ihm ein Weniger. Das allerdings mag der reiche Jüngling nicht und so geht er traurig weg. Und Jesu Jünger fragen sich: „Wer kann selig werden?“ Warum sagt Jesus, dass es für Reiche so schwer ist, ins Reich Gottes zu kommen? Ist es grundsätzlich ein Problem etwas zu besitzen? Was soll denn getan werden, um das ewige Leben zu ererben? Was ist das Eine, das fehlt? Ich denke, was vielen fehlt, ist die Freiheit auf etwas zu verzichten, bzw. etwas verändern zu können. Mitglieder des „Schlitzerlänner Blatt-Schwatz-Stammdeschs“ haben die obige Bibelstelle auf vielfältige Weise übersetzt, dabei hat mir eine Übersetzung ungeheuer weitergeholfen; dort wurde der letzte Satz übersetzt: „ … er hat näemlich en Haufe Gäld on anner Zeich gehatt." Und das trifft es aus meiner Sicht ziemlich gut. Es geht nicht nur um Geld, es geht auch um "anner Zeich“, und das verstehe ich im Moment als das, was mich bindet und deswegen unfrei macht. Dabei denke ich weniger an materielle Dinge. Erst wenn ich für mich erkenne was mir gut tut und was nicht, was ich an mir und in meinem Leben ändern muss, bin ich auf dem Weg um das ewige Leben zu ererben. Das können kleine Schritte der Veränderung sein, z.B. in meinem Konsum- oder Verzehrverhalten, das kann aber auch mein ganzes bisheriges Leben auf den Kopf stellen. Dazu ist vielleicht auch ein Schnitt in meinem Leben notwendig, dazu muss ich neue Schritte gehen, anderes wagen, auch lieb gewordenes und vertrautes hinter mir lassen, vielleicht sogar Menschen enttäuschen. Die Passionszeit, die Aktion „7 Wochen ohne …“ und andere Aktivitäten können uns helfen zu erkennen wo „onsern Schatz im Himmel“ ist.

 

Bericht von der Konfifreizeit

Am Dienstag, dem 31. Januar, um 8.30 Uhr sind wir mit dem Bus nach Fulda, und von dort mit dem Zug nach Höchst im Odenwald gefahren. Wir mussten zweimal umsteigen. Mit dabei waren: Die Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem oberen Fuldagrund, dem Kreutzersgrund, allerdings ohne ihren Pfarrer, Elvira Lorenz und unser Pfarrer Jürgen Seng. Als wir in Höchst angekommen waren, sind wir zum Kloster gelaufen. Dort angekommen, haben wir unsere Zimmer bezogen und das Kloster erkundet, in dem wir zwei Nächte schlafen sollten. Danach haben wir einen kleinen Spaziergang durch den Ort gemacht. Dann gab es schon Kuchen. Nach dem Essen sind wir zu unserem Gemeinschaftsraum „Elisabeth“ gegangen. Dort haben wir erst gespielt und danach unseren Vorstellungsgottesdienst vorbereitet. Nach dem Abendessen haben wir einen Film über Martin Luther geschaut. Danach war es schon sehr spät. Alle waren erschöpft von der langen Anreise und haben ganz schnell geschlafen. Am nächsten Morgen sind wir um 9.00 Uhr zum Frühstück gegangen. Insgesamt haben wir am Mittwoch sehr viel für unseren Vorstellungsgottesdienst vorbereitet. Am Abend haben wir Rippel-dippel und andere Gemeinschaftsspiele gespielt und dabei sehr viel gelacht. Am Donnerstag durften wir uns unseren Konfirmationsspruch aussuchen. Gegen 13.00 Uhr sind wir zum Zug gelaufen. Unser Abteil im ICE war gesperrt, deswegen mussten wir uns im ganzen Zug aufteilen. Manche hatten Sitzplätze, andere mussten stehen. Insgesamt hat uns die Konfi-Freizeit sehr gut gefallen. Es war ein guter Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit. Wir sagen Danke an Elvira und Jürgen für die tolle Zeit.
Von: Marie Klein und Michelle Sonnenberg

 

Weltgebetstag 2017

Am 3. März 2017 fand der Weltgebetstag der Frauen statt und auch unsere Kirchengemeinde nahm - wie schon so viele Jahre - daran teil. In diesem Jahr haben sich in Hemmen ca. 60 Frauen (und ein Mann) aller Altersgruppen getroffen, um zu beten, zu singen, sich zu informieren und zu feiern.
In jedem Jahr kommt die Ordnung des Gottesdienstes aus einem anderen Land. Das heißt, einen ganzen Tag lang beten Menschen rund um den Globus -wirklich weltweit - diesen Gottesdienst – und eben auch in Hemmen. Frauen von den Philippinen haben die Inhalte für 2017 zusammengestellt. Sie erzählten uns von ihrem Land, ihren Lebensumständen, den Ungerechtigkeiten. Es ist immer interessant und spannend, Neues kennenzulernen. Das Motto in diesem Jahr lautete „Was ist denn fair?“.  Sorgen und Anliegen der philippinischen Frauen werden in Gebeten und Liedern vor Gott gebracht.  Aber auch zu einer gelebten Solidarität wird aufgerufen, frei nach dem Motto „Fair verbindet“.
Im Mittelpunkt stand die Lesung aus Matthäus 20, 1-16 (Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg). Es lohnt sich den Text nachzulesen und sich der Frage auszusetzen: Ist das fair?
Und wie immer haben viele Frauen aus unseren Dörfern den Abend mitgestaltet. Voraus ging ein Treffen in Hartershausen. Dort wurde über die Philippinen mit Texten und Fotos informiert (schönen Landschaften, aber auch von erschreckenden Lebensumständen), sowie die Lieder angesungen. Erika Kreuzer engagiert sich seit vielen Jahren in der Vorbereitung und Durchführung und kann auf die Ortsvertreterinnen Dorothea Hoch, Birgit Kraft, Michaela Krasel, Britta Seng und Marlies Klein zählen, wenn es um die konkrete Umsetzung geht. Diese wiederum sind dankbar für die Frauen in den Dörfern, die bereitwillig einen Text oder Anspiel im Gottesdienst übernehmen. So wird der Abend gemeinschaftlich abwechslungsreich gestaltet.
Den Abschluss bildete wie immer das gemeinsame Essen. Viele warme und kalte philippinische Speisen wurden von den Frauen aus Hemmen und Hartershausen vorbereitet und mit viel Genuss von allen gekostet. So manches neue Rezept wurde auch mit nach Hause genommen.
Am ersten Freitag im März 2018 wird die Gottesdienstordnung dann aus Surinam (Südamerika) kommen.

Beitrag von Michaela Krasel